Design   22.07.2013
Spende dein Pfand!
TAGS enactus Braunschweig, Einwegpfand, Dosenpfand, Spende dein Pfand
Hast du dir schon mal Gedanken über Pfand gemacht?
Schon vor 60 Jahren gab es Pfand auf Milchflaschen. Coca-Cola führte im Jahr 1969 die 1-Liter Pfandflasche ein. Im Jahr 1991 wurde mit der Verpackungsordnung von der damaligen Bundesregierung die Grundlage für ein Pfandgesetz gelegt. Seit 2003 gilt die Pfandpflicht in Deutschland für bestimmte Arten von Getränken und bestimmten Einwegverpackungen, das Einwegpfand. Hierunter fällt auch das umgangssprachliche „Dosenpfand“. Mehrwegflaschen sind nach wie vor auf freiwilliger Basis mit Pfand belegt.

Raphael Joswig ist Dosionair und engagiert sich für die Studenteninitiative „enactus Braunschweig“ und leitet das Projekt „Spende dein Pfand“ in Braunschweig.
Name
Raphael Joswig



Sternzeichen
Waage



Beruf
Leiter des Projekts "Spende dein Pfand", enactus Braunschweig


Inspirationsquelle
Mit offenen Augen durch das Leben gehen


Ich erinnere mich noch gut an die Einführung vom Einwegpfand. Mein Eindruck war zu der Zeit, dass die Menschen viel über Pfand meckerten und klagten.
Aber Pfand birgt nicht nur schlechtes. Als positiver Mensch wollte ich den Nutzen der Pfandeinführung auftun und überlegte mir: Was kann man mit Pfand noch so anstellen und was steckt wirklich dahinter?
Ich stieß auf das Projekt „Spende dein Pfand“ – und war begeistert. So begeistert, dass ich inzwischen Leiter des Projekts in Braunschweig bin.

Das Projekt funktioniert so: Leute, die ihre leeren Pfanddosen und -flaschen nicht mehr mit nach Hause nehmen möchten, zu faul sind sie anderswo einzulösen, oder einfach nur Gutes tun möchten, werfen sie in Sammelbehälter. Geleert werden die Behälter von bedürftigen Menschen, die sonst nur geringe Chancen auf einen regulären Job hätten. Sie können sich durch das Einlösen der Flaschen monatlich Geld dazuverdienen.

Pfand ist nicht schlecht. Pfand hilft!

Raphael Joswig

Die Idee kommt ursprünglich von dem Team aus Regensburg und wurde dort bereits 2011 erfolgreich umgesetzt. Durch die Unterstützung und Vorarbeit konnten wir das Projekt auch an der Technischen Universität Braunschweig zügig ins Rollen bringen, hatten aber auch mit Problemen zu kämpfen. In unserem ersten Pfandsammelbehälter landete z.B. viel Müll. Dem wirkten wir entgegen mit einer Blende, die der Designstudent Sebastian Aumer gestaltet hat. Hier wird durch die Form des Deckels sofort klar, dass nur Pfandgebinde eingeworfen werden dürfen! Nach und nach werden nun alle Sammelbehälter mit den neuen Designblenden ausgestattet. Außerdem finden sich die Form von Getränkedose und Flasche auf der Frontblende wieder und machen aus stinknormalen, langweiligen Mülleimern echte Hingucker!
Pfand ist nicht schlecht. Pfand hilft! Es bringt wertvolle Rohstoffe zurück in den Materialkreislauf. Getränkedosen können zum Beispiel unendlich oft und ohne Qualitätsverlust recycelt werden. Der Recyclingprozess spart dabei bis zu 95% der Energie und der CO2 Emissionen gegenüber der Neuherstellung von Metallen ein. In Deutschland weisen wir international die höchsten Recyclingquoten für Einweggetränkeverpackungen auf. Diese liegt bei Dosen zum Beispiel bei sagenhaften 96%. Das Pfandsystem sorgt zusätzlich für eine weitgehend sortenreine Erfassung der Wertstoffe.

Unserer Projekt „Spende dein Pfand“ nutzt Pfand geschickt, um einen Mehrwert für hilfsbedürftige Leute zu schaffen. Es gehen kleine Geldsummen an Menschen, für die diese Beträge eine wirkliche Bedeutung haben. Auch wenn Spende dein Pfand nur einen winzigen Teil dazu beiträgt, viele kleine Dinge können Großes bewegen.

Raphael, enactus Braunschweig
Die Pfandsammelbehälter stehen in der Technischen Universität Braunschweig an folgenden Orten:

- Im Altgebäude
- Im Audimax
- Im Grotrian (2 Stück)
- In der Sporthalle Beethovenstraße
- Auf dem Campus Nord (2 Stück)
- Im Gauß-IT-Zentrum
Wenn auch du Gutes tun und dein Pfand spenden willst, dann mach mit! Jede Dose zählt!

Fragen, Ideen und konstruktive Kritik gerne an [email protected].
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